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Ingeborg Bachmann (1971)
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Ingeborg Bachmann (1971)
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Dreckskerl
Wojciech Kuczok (2003)
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Alexander, Januar 2026
übersetzt von Gabriele Leupold und Dorota Stroinska
Meinungen der Mitglieder
Ein alterndes Haus im Mittelpunkt, eine schlesische Familie im sozialen Abstieg und ein von seinem Vater mit sehr viel Gewalt terrorisierter Sohn. Vielleicht eine weit hergeholte Assoziation, aber für mich hatte das Buch etwas vom südamerikanischen magischen Realismus. Nur in kalt, grau und polnisch. Eigentlich auch wenig Magie und viel Realismus. Dafür aber exzentrische Charaktere und ein surrealistisches Traum-Ende. Und Einiges an skurriler Absurdität, die Humor in etwas gebracht hat, wo man keinen Humor erwarten würde.
»Dreckskerl« ist ein Buch über Gewalt. Der Patriarch »alter K.« terrorisiert seinen Sohn mit physischer und psychischer Gewalt schrecklichen Ausmaßes, die Frau mindestens mit ähnlich brutaler psychischer Gewalt. Gespickt sind die eindrücklichen Schilderungen dieser Gewalt mit unerwartet lustigen Absurditäten, wie einer Schule, an der sich nur durch Spucken unterhalten wird. Das Buch endet mit einer surrealistischen Katastrophe, alle Fragen sind offen; vorrangig: Wessen Biographie hat der Leser nun eigentlich gelesen? und wieso ist das Buch eine (Anti-)Biographie? Nicht zuletzt darüber konnte der Buchklub ausgiebig diskutieren. Auffallend ist jedenfalls: Von allen vorkommenden Figuren erfährt der Leser am wenigsten über den Ich-Erzähler, der in seiner eigenen Biographie (?) scheinbar eine Nebenrolle spielt – vielleicht, weil er in seiner von Gewalt beherrschten Kindheit nicht die Möglichkeit hatte, vom Objekt zum Subjekt zu werden … wie gesagt: alle Fragen offen.