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Nahe dem wilden Herzen
Clarice Lispector (1943)
vorgeschlagen von:
Giulia, Juni 2026
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Nahe dem wilden Herzen
Clarice Lispector (1943)
vorgeschlagen von:
Giulia, Juni 2026
Das Jahr magischen Denkens
Joan Didion (2021)
vorgeschlagen von:
Edisa, Mai 2026
Meinungen der Mitglieder
Joan Didion nimmt uns in ihrem Buch „Das Jahr des magischen Denkens“ mit auf ihr gedankliches Boot, das zwischen Eisschollen auf dem East River in einen Strudel gerät, einen Strudel aus Leben und gelebten Erlebnissen und Erinnerungen, der uns mit aller Kraft in die Tiefen des Flusses zieht. Wir finden Zitate und manchmal nur Fetzen von Zitaten, wir lesen von medizinischen Gegebenheiten, Häusern, die die kleine Familie einmal bewohnt hat, Routinen und Restaurants und von Menschen, Bekannten, Freunden, und alles ordnet sich im Wasser neu aneinander. Joan Didion versucht ihrem Leben nach dem abendlichen Tode ihres Mannes John Gregory Dunne einen Sinn abzugewinnen, Ordnung in den Strudel zu bringen. In präziser sprachlicher Art und Weise analysiert Didion dazu ihre Gedanken, beschreibt, nimmt an und verwirft wieder. Erst nach gut 57 000 Wörtern tauchen wir wieder auf, der Strudel hat sich gelegt und wir schwimmen auf der glatten Oberfläche des East River, auf dem wir still zwischen den Eisschollen umhertreiben.
Es fühlt sich fast falsch an, für dieses Buch Sterne zu verteilen. Und es fühlt sich definitiv falsch an, eine Bewertung zu schreiben. Es ist ein herzzerreißender autobiografischer Bericht über die Trauerverarbeitung der Autorin und wer bin ich schon, dazu eine Meinung zu haben. Wenn ich es doch versuchen soll, dann würde ich vielleicht sagen, dass ich mit der Menge an medizinischen Infos nicht so viel anfangen konnte. Und dass ich die Relevanz der ganzen Zitate und Ausschnitte anderer Bücher nicht immer nachvollziehen konnte. Es würde mich aber wundern, wenn das Buch irgendjemanden kalt lassen würde.