Wir haben den Buchklub Lipsia im März 2024 in Leipzig gegründet und seitdem 21 Bücher gelesen und besprochen. Unsere Treffen finden immer am ersten Wochenende des Monats in einem Café in Leipzig statt.

Aktuelle Lektüre

Tschudi 

Mariam Kühsel-Hussaini (2021)

vorgeschlagen von: Katharina, April 2026

Letzte Lektüre

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Fahrenheit 451 

Ray Bradbury (1953)

3.00

vorgeschlagen von: Stefan, März 2026

Meinungen der Mitglieder

Giulia (3 / 5)

Mein Problem mit Dystopien ist, dass sie meistens so karikaturistisch sind. Simple überzogene Story, einseitige Charaktere. Und das gepaart mit ihrer klassischen moralisierenden Arroganz. Der Fingerzeig auf die Gesellschaft. Fahrenheit 451 ein wunderbares Beispiel dafür. Passt bloß auf, die Menschheit ist am Verdummen. Eine Art der Gesellschaftskritik, die mich einfach nicht so abholt. Wahrscheinlich lässt sich dieses 70 Jahre alte Buch aber aus unserer heutigen Zeit gar nicht mehr richtig bewerten. Visionär war es damals sicherlich.

Stefan (3 / 5)

Der Roman Fahrenheit 451 wurde leider selbstverschuldet von dem Autor unter hohem Zeitdruck geschrieben, was dem Werk deutlich anzumerken ist. Obwohl die Grundhandlung auf der zuvor verfassten Novelle »The Fireman« basiert und ein durchaus interessantes Setting einer hedonistischen, konfliktvermeidenden Gesellschaft entwirft, leidet die Geschichte merklich unter der Erweiterung zum Roman, bzw. unter ihrer hastigen Entstehung. So ist in manchen Textpassagen ersichtlich, dass sie eher aus dem Wunsch heraus entstanden sind, bestimmte Gedanken einzubauen, als dass sie sich organisch in Setting oder Handlung einfügen. An anderer Stelle wiederum nimmt die Erzählung, zB. durch den Einsatz technischer Gadgets, eine fast schon skurrile Geheimagentenästhetik an, die weder zur Handlung passt noch die Kernidee sinnvoll unterstützt. Der Geschichte hätte eine sorgfältigere Ausarbeitung mit mehr Tiefgang und stärkerer Charakterentwicklung deutlich bessergetan. Aus diesem Grund rate ich persönlich von diesem Buch ab und würde Interessenten eher die Novelle »The Fireman« empfehlen in der die Geschichte in Ihre ursprüngliche Fassung gelesen werden kann, welche an sich schon empfehlenswert ist.