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Fahrenheit 451
Ray Bradbury (1953)
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Fahrenheit 451
Ray Bradbury (1953)
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Stefan, März 2026
Malina
Ingeborg Bachmann (1971)
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Jessica, Februar 2026
Meinungen der Mitglieder
Bachmann macht es einem hier wirklich nicht leicht. Ihr Buch muss man sich erarbeiten, erkämpfen, erleiden. Es war schwer, den Gedankengängen zu folgen. Es war schwer, die Gefühle zu ertragen. Es fühlt sich an, als sage sie „Ich wurde traumatisiert, ich habe Angst, ich leide“, um einen dann in ihren Kopf einzuladen zum Mitleiden. Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben, angenehm war die Lese-Erfahrung aber sicherlich nicht.
Ich lese die Wörter, ich interpretiere die Sätze, ich verstehe die Sprache, ich verwirre meine Gedanken, ich strapaziere meine Nerven, ich erkoche mein Blut, ich ernüchter im Nachtmahr, ich resigniere die Taten, ich folge dem Schrecken, ich wache dem Geschehen, ich bezeuge den Mord.
Macht mich mein nicht vollends verstehendes Verstehen zum Komplizen des Mörders? Verwandelt mich meine analytische und funktionale Wertung des Romans zum Täter? Ingeborg Bachmann schafft hier eine interessante zurückbleibende innere Fragestellung, welche mit dem einmaligen Lesen der Lektüre nicht beantwortet werden kann.
Somit, obwohl ich beim Lesen kein Vergnügen finden konnte, muss ich dem Roman eine nachwirkende und positive Bewertung versehen, welche mit zum Nachdenken bringt.